Berni Sutter

Ohne Sichtbarkeit kein Recruiting: Was Bewerbende schon vor der Stellenanzeige entscheiden

Die beste Stelle bringt nichts, wenn niemand sie sieht. Wir zeigen, wieso Sichtbarkeit heute schon lange vor der Stellenanzeige über Bewerbungen entscheidet und mit welchen elf einfachen Handgriffen Sie als Institution mehr davon aufbauen.

Im Recruiting wird ein Thema oft stiefmütterlich behandelt: die Sichtbarkeit als Arbeitgeberin. Dabei entscheidet sich vieles schon lange, bevor jemand überhaupt eine Stellenanzeige liest. Wir zeigen, worauf es ankommt und wie Sie mit wenig Aufwand mehr davon aufbauen.

Warum Sichtbarkeit überhaupt zählt

Die Ausgangslage ist einfach, aber oft unterschätzt: Wer im Entscheidungsprozess von Stellensuchenden gar nicht erst auftaucht, kann auch nicht gewählt werden. Drei Effekte spielen dabei zusammen:

  • Wahrnehmung: Nur wer sichtbar ist, wird überhaupt zur Kenntnis genommen.
  • Erinnerung: Regelmässige Präsenz sorgt dafür, dass man im Gedächtnis bleibt, auch wenn gerade keine Stelle offen ist.
  • Reichweite: Sichtbarkeit öffnet Türen zu neuen Kontakten, noch bevor eine Bewerbung überhaupt im Spiel ist.

Für das Recruiting heisst das konkret: Selbst die attraktivste Stelle bringt wenig, wenn sie die Zielgruppe nicht erreicht. Und weil Bewerbende Institutionen heute ganz selbstverständlich vergleichen, sei es auf Jobportalen, auf Kununu oder in den sozialen Medien, wird Recruiting zunehmend zur Kommunikationsaufgabe, die über mehrere Kanäle hinweg gedacht werden muss.

Die Candidate Journey: Sichtbarkeit beginnt viel früher als gedacht

Um zu zeigen, wo Sichtbarkeit konkret ansetzen muss, lohnt sich ein Blick auf die sogenannte Candidate Journey. Sie beschreibt die Phasen, die Bewerbende durchlaufen, von der ersten Begegnung mit einer Institution bis zur eigentlichen Bewerbung.

Für jede Phase gab es konkrete Tipps:

Aufmerksamkeit. Bewerbende hören zum ersten Mal von Ihnen, per Stellenanzeige, Social Media oder zufällig im Vorbeigehen. Die Frage, die sich dabei unbewusst stellt: Lohnt es sich, genauer hinzuschauen? Wichtig ist hier ein gewisses «Grundrauschen»: eine gepflegte Karriereseite und im Idealfall eine aktive Social-Media-Präsenz, damit die Arbeitgebermarke überall einheitlich sichtbar ist.

Erwägung. Jetzt informieren sich Bewerbende aktiv: Sie besuchen die Karriereseite, lesen Bewertungen, scrollen durch Social-Media-Kanäle. Entscheidend ist hier, gut gefunden zu werden, mit einer technisch sauberen, mobile-optimierten Karriereseite und aktuellen, aussagekräftigen Inhalten zu Kultur, Löhnen und Entwicklungsmöglichkeiten.

Interesse. Der Kandidat prüft die konkrete Stelle: Passt der Aufgabenbereich, stimmt die Einstufung? Hier zählt maximale Transparenz über Stelle und Bewerbungsprozess sowie eine klar genannte Ansprechperson.

Bewerbung. Der letzte Schritt vor dem Absenden. Studien zeigen, dass ein grosser Teil der Bewerbenden den Prozess wegen unnötiger Komplexität abbricht. Eine einfache Bewerbung, klare Abläufe und eine schnelle, konsistente Kommunikation entscheiden hier oft darüber, ob eine Bewerbung überhaupt eintrifft.

Employer Branding als roter Faden

Damit Sichtbarkeit nicht nur punktuell entsteht, braucht es einen strukturierten Employer-Branding-Ansatz mit drei Stossrichtungen: Wiedererkennbarkeit als Arbeitgeberin stärken, Vertrauen bei Stellensuchenden aufbauen und kontinuierliche statt punktuelle Präsenz zeigen. Wie stark man das angeht, darf und soll natürlich von der Grösse der eigenen Institution abhängen, regional, kantonal oder schweizweit.

10 + 1 Tipps für mehr Sichtbarkeit

Wer gerade keinen ganzen Employer-Branding-Prozess starten kann, findet hier die schnellen Gewinne im Überblick, viele davon in dreissig bis sechzig Minuten erledigt:

Online

  1. Google-Unternehmensprofil pflegen (vollständige Adresse, Fotos, Öffnungszeiten)
  2. Kununu-Profil beanspruchen und verwalten
  3. Auf Bewertungen antworten, auch auf kritische
  4. Arbeitgeber-Profile auf Jobportalen und Social Media aktiv halten, auch ohne offene Stellen
  5. Karriereseite pflegen (bei uns gibt es dafür das kostenlose EmployerBoard)

Offline

  1. 6. Mitarbeitende zu Botschaftern machen
  2. 7. Weiterempfehlungsprämie einführen
  3. 8. Netzwerk der Ehemaligen pflegen
  4. 9. Lokal und regional präsent sein
  5. 10. In Fach-Communities präsent sein, etwa bei Ihrem Dachverband oder auch auf LinkedIn

Zusatztipp 11: Social Media gezielt nutzen

Fachpersonen sind täglich auf Social Media unterwegs. Wer dort mit Werbe-Ads für Stellenanzeigen präsent ist, erreicht nicht nur die aktiv Suchenden, sondern auch die grosse Gruppe der passiv Suchenden. Und die ist deutlich grösser, als man denkt: Nur rund 15 Prozent suchen aktiv eine neue Stelle. Doch rund 65 Prozent sind trotz grundsätzlicher Zufriedenheit offen für ein passendes Angebot.

Mit unserer Lösung SocialBoost lassen sich Stellenanzeigen mit wenigen Klicks direkt aus Ihrem bestehenden Kundenbereich heraus in Social Media bewerben. Damit lässt sich zu einem kleinen Preis eine Zusatzreichweite erzielen, die mit klassischen Stelleninseraten alleine kaum möglich ist. Mehr Informationen zu SocialBoost finden Sie hier

Fazit

Viele Institutionen denken beim Recruiting zuerst an das Stelleninserat selbst. Doch die Entscheidung von Bewerbenden beginnt oft viel früher, nämlich mit Fragen wie: Habe ich diese Institution schon einmal gesehen? Wirkt sie professionell? Verstehe ich, wofür sie steht? Kann ich mir vorstellen, dort zu arbeiten? Wer diese Fragen schon vor der eigentlichen Stellenausschreibung positiv beantwortet, hat im Recruiting die halbe Miete bereits in der Tasche.

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